Wie vom Wissen zum Handeln? Wirtschaftswachstum radikal anders

2x Besuch im 12er Seminarkurs Nachhaltigkeit: Am 24.11., dem internationalen Pay Nothing Day („Kaufnixtag“) , von Teamern der Naturfreundejugend, die den ARD-Beitrag „Wirtschaftswachstum radikal anders“ als Startpunkt für eine Diskussion rund um Alternativen wählten. Von einer Wäscheleine konnten am Ende des Workshops positive Beispiele des wirtschaftlichen Wandels ausgesucht werden, z.B. Solidarische Landwirtschaft, Ethikbanken oder das Konzept der Gemeinwohl-Ökonomie. Weitere Beispiele weltweit listet das Projekt „Future Perfect“ des Goethe-Instituts, die Stiftung FuturZwei, die Stories of Change oder der Alternative Nobelpreis.

Der aktuellste Besuch kam von Anne-Katrin Hohlfelder, Umweltsoziologin am Potsdamer Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS): Warum führt besseres Wissen nicht automatisch zum besseren Handeln? Die Studie „Umweltbewusstsein in Deutschland 2016“ zeigt einen hohen Anteil umweltbewusster Menschen in Deutschland. Bloß leben anscheinend nicht alle entsprechend ihrer Wertmaßstäbe. Sonst wäre die Luft in den Städten dank höherer ÖPNV- und Fahrradnutzung schon längst besser, Massentierhaltung abgeschafft und überhaupt Deutschland ein echtes Vorbild in Sachen verantwortungsvollen Konsums und geringen Ressourcenverbrauchs. Eine wichtige Rolle spielen hier unterschiedliche Milieus, z.B. die Traditionellen, die Sozialökologischen oder die Performer (vgl. Foto). Gemeinsam Dinge ausprobieren, so dass auch der Spaß nicht zu kurz kommt, darin könnte eine Lösung liegen, so die Umweltpsychologin Karen Hamann im DLF-Interview. Das neue Handbuch der Initiative Psychologie im Umweltschutz gibt weitere Tipps für gelungene Strategien der Nachhaltigkeitskommunikation (als pdf kostenlos).

Das inspirierendste Beispiel aus Anne-Katrin Hohlfelder Studie endete mit der Aussage eines Jugendlichen: „Lass ma machen!“ In diesem Sinne: Die Seite www.einfach-jetzt-machen.de macht konkret drei Vorschläge, die jeder sofort bei sich und im eigenen Umfeld (Arbeitsplatz, Sportverein, Kirchengemeinde, Schule, Ausbildung, …) umsetzen kann, um einen positiven Beitrag für die Zukunft zu leisten. Und um zu zeigen, dass Wissen manchmal eben doch zum Handeln führen kann!

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