Kohleprotest auf Klimakonferenz

Kohleprotest in Warschau

Unsere Reise zur UN-Klimakonferenz nach Warschau

Wir, fünf Schülerinnen und zwei Schüler aus den Jahrgängen 7 und 8 der Leonardo-da-Vinci-Gesamtschule, sind im November 2013 gemeinsam mit unserem Lehrer Florian Kirchesch für fünf Tage nach Warschau zur UN-Klimakonferenz „Cop19“ gefahren. Seit Beginn dieses Schuljahres haben wir uns in der „Klimawerkstatt“, einer Schul-AG, mit dem Thema Klimawandel beschäftigt. Diese Fahrt nach Warschau war ein Höhepunkt, auf den wir uns alle sehr gefreut haben und natürlich neugierig waren. Mit dem Berlin-Warschau-Express waren wir in nur 5 Stunden in Warschau, der Hauptstadt von Polen, angekommen. Warschau ist eine riesengroße Stadt mit einer schönen Altstadt, die mich ein bisschen an Potsdam erinnert hat. Daneben gibt es aber auch sehr viele Hochhäuser und sogar einen Wolkenkratzer, den Kulturpalast.

Eigentlich hatten wir gedacht, dass wir Gäste auf der Klimakonferenz im Nationalstadion sein dürfen. Das blieb aber nur angemeldeten Politikerinnen, NGOs, Wirtschaftsvertretern und Journalisten vorbehalten.

Für uns hatte sich Herr Kirchesch deshalb ein tolles Programm rund um die Konferenz ausgedacht. Als erstes haben wir uns Freitag im Kulturpalast eine Ausstellung angeschaut, bei der zu verschiedenen Themen wie z. B. Alternative Energien, anschauliche Darstellungen und Objekte zu sehen waren. Da der Kulturpalast auch eine tolle Aussichtsplattform hat, konnten wir von dort über die ganze Stadt schauen.

Am Samstag haben wir an einer großen Demonstration gegen den Klimawandel teilgenommen, bei der Hunderte Menschen aus aller Welt vom Kulturpalast bis zum Nationalstadion gelaufen sind. Wir konnten uns dabei mit einigen Leuten Aktivisten unterhalten und sie fragen, woher sie kommen und warum sie dabei sind. Viele fanden es toll, dass wir als Schüler zur Klimakonferenz gekommen sind und ich glaube, wir waren wirklich die jüngsten Teilnehmer.

Am Sonntag haben wir am Transport-Day teilgenommen, bei dem in zahlreichen Vorträgen alternative Verkehrs- und Transport-Konzepte vorgestellt wurden. Bei einigen Vorträgen waren wir dabei und haben interessiert zugehört, auch wenn wir nur einen Bruchteil der in Englisch gehaltenen Reden verstehen konnten. Am spannendsten war es aber, selbst per Diktiergerät kleine Interviews mit einigen Teilnehmern zu führen, z.B. mit Leuten Menschen aus Mexico, Kenia, Japan, Taiwan oder den Philippinen, wo zuletzt Taifun Haijan mit Winden von 360km/h beispielhaft war für die durch den Klimawandel an Stärke zunehmende Extremwetterereignisse.

Wir haben sie nach ihrer Arbeit gefragt und nach den Vorschlägen, die sie gegen den Klimawandel haben für die Vermeidung eines ungebremsten Klimawandels haben. Neben den großen Veranstaltungen hatten wir noch viele kleine schöne Erlebnisse. So haben wir geholfen, Plakate zu malen und Atemmasken Kohlesmogmasken (als Requisite) für die Demonstration zu beschriften. Aber auch für einen Stadtspaziergang war genügend Zeit und für einen Besuch in einer sehr gemütlichen Kakaostube. Unser Abendessen haben wir uns im Hostel immer selbst zubereitet. Da Polnisch eine wirklich schwierige Sprache ist, haben wir nur die Worte „tak“ (ja) , „nie“ (nein) „dziekuje“ (danke) und „dzien dobry“(Guten Tag) gelernt.

Die Reise war für uns alle ein ganz besonderes Erlebnis. Uns hat beeindruckt, dass so viele Leute aus aller Welt sich für den Klimaschutz engagieren, sich treffen, ihre Ideen den anderen vorstellen und so Druck auf die Politiker der 198 Länder zu machen, endlich zu weitreichenden, fairen und rechtlich bindenen Beschlüssen zur Einhaltung des 2-Grad-Ziels zu kommen. Wenn in zwei Jahren der Klimagipfel in Paris stattfindet, würden wir gern wieder mit dabei sein!

Gesine Ziegert; 14 Jahre, Klasse 8d der Leonardo-da-Vinci-Gesamtschule

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