Finale in Katowice: Greta und #climatestrike

Die Aktion „Keep it in the ground“, auf dem Konferenzgelände von COP24, die der Seminarkurs 13 heute mittag mit Lisa Badum per Skype live verfolgen konnte, hat es in die Hauptnachrichten geschafft: Tagesschau 14.12.2018. Außerdem: Gretas Rede vor der UN-Klimakonferenz (deutliches Englisch, deutliche Aussage). Eine Fotostrecke des Schulstreiks heute (14.12.2018) in Berlin: auf Spiegel Online und auf Twitter #climatestrike oder #FridaysForFuture oder #klimastreik oder #schoolstrike4climate oder #extinctionrebellion (geht auch ohne Twitter-Konto).

Für die nächsten Freitage gibt es Anleitungen, für Schüler_innen/Eltern/Lehrer_innen: das howtoclimatestrike von 350.org  (runterscrollen für Deutsch, das Datum wird noch aktualisiert), das howto der Bundjugend  sowie der whatsapp-chat für die nächsten Berlin-Potsdamer #FridaysforFuture. Besonders wichtig: Freitag der 25.1. und Freitag der 1.2., weil das die letzten zwei Sitzungen der Kohlekommission sind. Democracy Now berichtet weiterhin live von der Klimakonferenz, die nun erst am Sonntag zu Ende gehen soll. Erwartungen? Laut Greta: keine. „The power belongs to the people!“

Die Auswirkungen des Klimawandels und die betroffenen Menschenrechte – 70 Jahre Menschenrechtserklärung

Auswirkungen des Klimawandels

Unwetterkatastrophen (Pink) wie Stürme, Starkniederschläge und Überflutungen kosten vielen Menschen das Leben. Schäden an Ökosystemen gefährden die Ernährungssicherheit bzw. Lebensgrundlagen.

Schmelzende Gletscher (Dunkelgrün) und die damit verbundene langfristige Verringerung der Wassermenge in Flüssen gefährden die Landwirtschaft und die Trinkwasserversorgung. Durch das Schmelzen des Eises an den Polkappen kommt es zu einem Anstieg des Meeresspiegels.

Durch den steigenden Meeresspiegel (Blau) werden tief liegende Küstenzonen und ganze Inselstaaten langfristig unbewohnbar. Böden und Grundwasser versalzen.

Steigende Temperaturen und lang anhaltende Trockenzeiten führen zu Wüstenbildung und Dürren (Gelb). Sie erschweren die Landwirtschaft und verschlechtern den Zugang zu sauberem Wasser. Seuchen wie Malaria nehmen zu. Hitzewellen und Smog belasten die Gesundheit. 

Die wichtigsten Menschenrechte, die vom Klimawandel bedroht sind

Recht auf Leben

Extreme Wetterereignisse in der Folge des Klimawandels führen direkt zu vielen Todesfällen, dazu kommen Dürren, Hitzewellen, Krankheiten mit weiteren Opfern. Auch vorsichtige Schätzungen gehen von gegenwärtig jährlich mehr als 150 000 Toten infolge von Ereignissen aus, die auf den Klimawandel zurückzuführen sind. Verschiedene Berichte sprechen von rund 400 000 Opfern pro Jahr, eine Zahl, die bis 2030 auf 700 000 ansteigen könnte.

Recht auf Nahrung

Die Weltbank schätzt, dass bei einem Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur um 2 Grad Celsius zwischen 100 Millionen und 400 Millionen Menschen mehr von Hunger bedroht wären als heute. Jedes Jahr könnten über 3 Millionen zusätzliche Todesfälle durch Unterernährung verursacht werden.

Recht auf Wasser und Hygiene

Dem Weltklimarat IPCC zufolge wird in den meisten trockenen Regionen der Zugang zu sauberem Trinkwasser erschwert. Durch steigende Meeresspiegel sind auch in Küstengebieten Auswirkungen auf die Wasserverfügbarkeit zu erwarten. Laut einem Bericht der Weltbank kann ein durchschnittlicher Temperaturanstieg von 2 Grad weltweit dazu führen, dass 1 bis 2 Milliarden Menschen nicht mehr genügend Wasser haben, um ihren Bedarf zu decken.

Recht auf Gesundheit

Laut Berichten der Weltbank werden gesundheitliche Auswirkungen z.B. durch hitzebedingten Smog verschlimmert. Überschwemmungen führen vermehrt zu Infekten wie Malaria oder Durchfall. Höhere Unterernährungsraten verschlechtern die Lage zusätzlich.

Recht auf Selbstbestimmung

Die Folgen des Klimawandels schränken die Wahl der Menschen und ganzer Völker ein, ihren Lebensstil und ihre Existenzgrundlage frei zu wählen. Dazu kommt die Vertreibung von ganzen Völkern z.B. durch Überflutung von Inselstaaten.

Recht auf Wohnraum

Das Recht auf eine angemessene Unterkunft wird in vielerlei Hinsicht bedroht. Extreme Wetterereignisse zerstören die Häuser einer Vielzahl von Menschen direkt. Dürre, Erosion, Überschwemmungen und der ansteigende Meeresspiegel machen Gebiete unbewohnbar, was zu Vertreibung und Abwanderung führen kann.

Weitere Menschenrechte

Der Klimawandel betrifft aber auch viele weitere Rechte, wie z.B. das Recht auf Entwicklung oder die Rechte indigener Völker (z.B. durch Vertreibung). Dadurch, dass die Staaten ihre Ressourcen für die Bekämpfung der Auswirkungen des Klimawandels einsetzen müssen, werden Mittel für die Umsetzung verschiedener Menschenrechte eingeschränkt, so zum Beispiel für das Recht auf Gesundheit, auf Unterkunft oder das Recht auf Bildung. Die knapper werdenden Ressourcen können Gründe für bewaffnete Konflikte sein, die wiederum das Recht auf Leben gefährden.   

Quelle: https://www.amnesty.ch/de/ueber-amnesty/publikationen/magazin-amnesty/2018-2/die-auswirkungen-des-klimawandels-und-die-betroffenen-menschenrechte

Kohleausstiegs-Demos zu Beginn der Klimakonferenz in Katowice

Mehrere zehntausend Menschen in Köln und Berlin fordern schnellen Kohleausstieg auf Kohle-Klima-Demos! (rbb-Video, 2min)

Michael Kopatz (Wuppertal Institut): „Engagiert Euch! Druck aus der Öffentlichkeit bewegt Politik!“ (Interview, 10min)

Tägliches Programm im Katowitzer „Climate Hub“ von Greenpeace, inklusive die tägliche Verleihung des Schmähpreises Fossil of the Day für einzelne Länder

NEU 8.12. (Samstag): Protest-Tag in Katowice und in Berlin (Rote Linie 2018)

Greta Thunberg meets UN General Secretary:
https://www.youtube.com/watch?v=BdIQlK6JGJs

Greta interviewed by Amy Goodman: 
https://www.youtube.com/watch?v=0TYyBtb1PH4

Kommentar:       „Das Großexperiment hat begonnen

Forderungen an UN-Konferenz COP24 in Katowice / neue Studien

  1. Keep fossil fuels in the ground.
  2. Reject false solutions that are displacing real, people-first solutions to the climate crisis.
  3. Advance real solutions that are just, feasible, and essential.
  4. Honor climate finance obligations to developing countries.
  5. End corporate interference in and capture of the climate talks.
  6. Ensure developed countries honor their “Fair Shares” for largely fueling this crisis.

Petition unterschreiben? https://www.peoplesdemands.org/

Weitere Neuigkeiten:

Geht doch! Klimapilgernde von Potsdamer SchülerInnen begrüßt

1500 km zu Fuß zur Klimakonferenz in Polen laufen? Klingt absurd, aber eine Gruppe von Menschen aus Bonn hat sich auf diesen „Klima-Pilgerweg“ begeben und wurde am Donnerstag von Potsdamer SchülerInnen auf dem Alten Markt empfangen, darunter junge Leute vom Gymnasium Hermannswerder, von den Evangelischen Grundschulen, der Oberlin-Schule und der DaVinci-Gesamtschule. Die engagierten Wandersleute und Klimaaktivisten hielten eine ökumenische Andacht zum Thema Klimagerechtigkeit vor der Nikolaikirche. Die zum Teil selbstgemalten Schilder der Teilnehmenden forderten zur Bewahrung der Schöpfung und konkret zum Kohleausstieg auf. Im Inneren der Kirche entzündeten SchülerInnen Kerzen für die Opfer von Extremwetterereignissen und für auf der (Klima-)Flucht in der Sahara oder im Mittelmeer umgekommenen Menschen. (Bericht Potsdam TV)

  

Zeitgleich besuchte eine Gruppe von DaVinci-Schülerinnen die Schülerkonferenz der Masterplan-Klimaschutz-Kommunen in Bad Salzuflen, NRW. In der kommenden Woche reist eine weitere DaVinci-Gruppe zur 14. Conference of Youth in Katowice, Polen, wo – wenige Tage vor der UN-Konferenz – mehrere hundert Jugendliche aus ca. 100 Ländern ihre Forderungen an die Klimagipfel-Teilnehmenden formulieren.

Climate Warriors im Filmmuseum

Seminarkurse Nachhaltigkeit aus Jg. 13 und aus Jg. 12 sowie jene 9 SuS, die zur diesjährigen Conference of Youth in Katowice fahren, trafen den Regisseur von Climate Warriors

Movie / Climate Warriors

Carl Fechner, im Filmmuseum Potsdam zu einem Preview seines neuen Films. Portraitiert werden in dem Film z.B. der Teenager Xiuhtezcat Martinez oder die Wissenschaftlerin und Aktionskünstlerin Joylette Portlock. Als Vorspann lief die investigaive Recherche von Johan von Mirbach über die Exxon Mobile Leaks, die „Geheimen Machenschaften der Ölindustrie“, eine Reportage, die auch verschiedene Gerichtsprozesse darstellt, z.B. den Fall Huaraz: Saul gegen RWE mit Umweltrechtsanwältin Rosa Verheyen, die auch den People’s Case vertritt. Alle weltweit laufenden Gerichtsverfahren zugunsten besseren Klimaschutzes finden sich hier.

Prämie für Förderverein beim Energie-Einspar-Programm der Stadt Potsdam

Das aktuelle Prämienpunkte-Programm für Klimaschutz-Projekte und Energiesparmaßnahmen an Potsdamer Schulen bot uns ein zweigeteiltes Ergebnis: von den 36 teilnehmenden Schulen bedeuteten unsere 10.972 Punkte zwar Platz 1 was die Anzahl an Projekten und behandelten Unterrichtsinhalten angeht. In Sachen Stromverbrauch und Wärmeverbrauch lagen wir jedoch jeweils um das dreifache über dem Potsdamer Durchschnitt… Das bedeutete im Endergebnis Platz 9. Immerhin eine Prämie von 2250 EUR.

Frau Hankow vom Betreiber KIS erklärte den überdurchschnittlichen Verbrauch (vieler Potsdamer KIS-Neubauten, wie sie anmerkte) zum einen mit der Vielzahl von elektronischen (Mess- und Steuerungs-)Geräten und zum anderen mit der vermehrten Anwendung von Smartboards und PCs in allen Klassenräumen. Die Wärme-Regelung bräuchte allerdings noch eine breitere Erfahrungsgrundlage, um genauer eingestellt zu werden. Erst die zweite Heizperiode seit unserem Einzug im Herbst 2016 stehe nun bevor. Auch das Nutzerverhalten könne noch optimiert werden. KIS und Hausmeister seien auf genaue Rückmeldungen aller NutzerInnen angewiesen. Nach den Herbstferien findet ein Treffen der Energieexperten mit ihren Messgeräten und den beiden Hausmeistern statt.

Positiv die Rückmeldung auf eine Schülerfrage, dass eine Solaranlage auf dem Hauptgebäude technisch möglich und eine Ausschreibung denkbar sei. Herr Wieczorek vom KIS wird nach den Herbstferien einen Termin mit den SchülerInnen ausmachen.

Die Gruppe „Energie und Nachhaltigkeit“ im Plenarsaal des Rathauses und deren mitgebrachtes Plakat zum Thema Nachhaltigkeit 3.0:

Escape Climate Change – Fachtagung am UfU Berlin

Eine Box aus der Zukunft? Von euren Urenkeln geschickt? Ihr sollt die Zukunft so verändern, dass es ihnen besser geht? Ein spannendes Escape Game, das auf der Fachtagung „Klimaschutz und Digitalisierung“ am 16.10. am Berliner UfU e.V. vorgestellt wurde. Eine Projektgruppe aus der Projektwoche Jg. 10 „Energie und Nachhaltigkeit“ war auf der Tagung und hat an den verschiedensten Workshops teilgenommen. Das Escape Climate Game kommt demnächst für einen Test der Beta-Version an die DaVinci. Schon jetzt online spielbar: „Keep cool! Was passiert mit dem Klima, wenn ihr entscheidet?“ Etliche selbstproduzierte Kurzfilme wurden vorgestellt, z.B. hier von der UfU Webseite oder hier vom Kolleg KMGNE. Die interaktive Webseite www.Klimatarier.com, die Biologie-App Korina zum Kartieren von invasiven Arten oder die Webseite KlimaFolgenOnline können ebenfalls zum Ausprobieren empfohlen werden! Ganz analog lässt sich ein Repair Café einladen! Die Ergebnisse der Tagung werden von den Schülern am Freitag dem gesamten Jahrgang vorgestellt. Zum Schluss noch ein Buchtipp, vorgestellt auf der Tagung von einem der Autoren: „Smarte grüne Welt? Überachung zwischen Überwachung, Konsum und Nachhaltigkeit“ von Steffen Lange und Tilman Santarius (Oekom 2018).